Capoeira Horda in Duisburg: Ein Sport für alle Altersgruppen

Capoeira muss ein GENIE oder Neurowissenschaftler erfunden haben, denn es vereint fast ALLES, was Spaß macht und ist gerade für die Entwicklung von Kindern&Jugendlichen PERFEKT!

Capoeira enthält nämlich Kampfkunst, Tanz (Breakdance), Körpertraining & Fitness, Musik (Singen & Percussion), Schauspiel, Ritual, soziale Interaktion, Gemeinschaft und vor allem eine wichtige Zutat: AAALEGRRIIIIIAAAA!!!…die so wichtige brasilianische Lebensfreude!

Und Capoeira ist Lebensfreude & Dynamik PUR!

Und genau so bunt und vielfältig wie Brasilien selbst ist auch Capoeira und es ist für ALLE geeignet: Jung, Alt, ….Jungen, Mädchen…..und Menschen aus ALLEN Ländern… und deshalb wurde Capoeira auch von der UNESCO 2014 als WELTKULTURERBE anerkannt.

Die Capoeira reicht zurück bis zu den ältesten Stammestänzen auf diesem Planeten.

Aus diesen „Ritualtänzen“, in welchen die Bewegungen der Natur imitiert wurden stammen noch heute viele der Bewegungen, die die Capoeira so besonders und reichhaltig machen.

Capoeira ist 100% NATÜRLICH und deshalb auch eigentlich EINFACH….denn es ist noch in uns enthalten….WIR müssen nur wieder natürlich werden und zu uns SELBST zurückkehren….

und dafür ist der MESTRE da: Er ist wie ein Doktor. Er bringt deinen Körper wieder in Schuss, verbindet dich mit deiner Stimme, deinem Rhythmus, deinem Herzschlag, deiner Seele und dem Universum.

Von diesen alten Stammestänzen aus Afrika stammt ein wesentlicher Teil.

Durch die Zeit des Kolonialismus wurden viele Afrikaner ihrer Heimat entrissen und gelangten als Sklaven in die „neue Welt“, wo sie auf die Kultur der Indios aus Südamerika trafen.

Durch die Portugiesen und Araber kamen auch viele Einflüsse aus Europa und Nordafrika dazu; später gab es noch eine Zeit der Einwanderer aus Asien (vornehmlich Japan und Indien), so dass man wirklich sagen kann, dass sich in Brasilien die GANZE WELT vereint….

Die Sklaven nahmen dann den Aspekt der Capoeira-Kampfkunst, um sich zu befreien. Jegliche Kampfelemente, die aus anderen Kulturen beigesteuert wurden, waren willkommen, solange sie zum Ziel führten: FREIHEIT.

(Deshalb kann die Capoeira durchaus als „effektive Kampfkunst“ eingestuft werden, weil sie Elemente aus fast allen Kampfkünsten enthält und Straßen-bzw. Guerillakampf-erprobt ist.)

Da die Sklaven in Brasilien während der Arbeit singen durften und nach der Arbeit Trommeln und Tanzen, sowie auch manchmal ihren Glauben ausleben durften, tarnten sie die Kampfelemente als Tanz. Mit ERFOLG!

Denn bald fügten sich ganze Städte entlaufener Sklaven im Dschungel zusammen (über 50.000!), die immer weitere Sklaven befreiten: Die „Republik Palmares“-nicht nur ein „Sklavenstaat“, sondern eine Republik mit Räte-System, eine HOCHKULTUR, da viele der Yoruba Sklaven aus Nigeria (und anderen Ländern) einer Hochkultur angehört haben.

Schon bald bekamen die Kolonial-Herren Angst und baten die Kolonial-Armee Portugals um Hilfe. Den Kanonen und Massen an Feuerwaffen konnten die Senzalas und Quilombos von Palmares nichts mehr entgegenhalten und die, welche überlebten, gerieten erneut in Gefangenschaft. Außerdem wurde Capoeira für 300 Jahre auf TODESSTRAFE VERBOTEN!!!

Bis 1930, als Mestre Bimba eine Präsentation vor dem damaligen Präsidenten gab und dieser die Capoeira nicht nur „legalisierte“, sondern begeistert zum NATIONALSPORT BRASILIENS erklärte.

Dennoch überlebte die Capoeira lange im Untergrund und nur die „Malandros und Maconheiros“ (Ganster & Verbrecher) betätigten sich darin, weshalb sie noch bis in die 90er Jahre einen unglaublich schlechten Ruf hatte und selbst viele meiner Mestre als Kinder NICHT zur Capoeira durften!

Erst dadurch, dass die Capoeira nach Europa kam, wollten die Brasilianer ihr ein neues „Image“ verpassen, ohne Gewalt, stattdessen mit mehr Freude, Tanz, Akrobatik, Show….ebenso, wie sich die Europäer Brasilien vorstellen…

Und die Geschichte der Capoeira ist noch nicht fertig. Sie hat immer adaptiert und sich entwickelt und entwickelt sich immer und immer weiter….